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So sollen Familien gefördert werden

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Betreuungsangebote in Kitas sollen verbessert werden – dafür sprechen sich die großen Parteien in seltener Einmütigkeit aus.  – dpa

Ehegattensplitting, Familienförderung

- CDU/CSU: Das bisherige Ehegattensplittung soll "im Sinne eines Familiensplittings" weiterentwickelt und der jährliche Steuerfreibetrag für Kinder (7008 Euro) schrittweise auf das Niveau von Erwachsenen (2014: 8354 Euro) angehoben werden. Zur parteiintern kontroversen Debatte um die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften heißt es: "Die Diskriminierung anderer Formen der Partnerschaft lehnen wir ab".

- FDP: Keine generelle Abschaffung des Ehegattensplittings, aber eventuell weitere ergänzende Leistungen für Kinder – eingetragene Lebenspartnerschaften sollen im Einkommensteuerrecht gleichgestellt werden.

- SPD: Sie will den Ehegatten-Splittingvorteil abbauen und zu einem "Partnerschaftstarif" mit individueller Besteuerung für Ehegatten umbauen; der Familienleistungsausgleich soll grundlegend reformiert werden.

- Grüne: Sie wollen das Ehegattensplitting behutsam ersetzen durch eine "Individualbesteuerung mit übertragbarem Existenzminimum" – mit voller Einbeziehung eingetragener gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften.

- Linke: Das Ehegattensplitting soll abgeschafft werden. Zudem soll es grundlegende Reformen des Renten-, Steuer, Sozial- und Familienrechts geben wie auch keine steuerliche Benachteiligung von gleichgeschlechtlichen Paaren.

Kindergeld

- CDU/CSU: Kindergeld und Kinderzuschlag für Bedürftige sollen angehoben werden.

- SPD: Ein sozial gestaffeltes Kindergeld soll Eltern mit kleinem Einkommen besser fördern – zum Teil mit bis zu 140 Euro mehr pro Monat. Für alle anderen bleibt es beim bisherigen Kindergeld von 184 Euro. Der Steuervorteil für Besserverdienende durch die Absetzbarkeit des Kinderfreibetrags entfällt.

- Grüne: Sie wollen den Einstieg in eine "Kindergrundsicherung", die Kinderregelsätze, Kinderzuschlag sowie die steuerlichen Freibeträge zusammenfasst. Jedes Kind soll unabhängig vom Einkommen der Eltern die gleiche finanzielle Unterstützung des Staates bekommen.

- Linke: Sie verlangt die sofortige Erhöhung des Kindergeldes und eine ausreichende Grundsicherung für alle Kinder und Jugendlichen.

Betreuungsgeld

- CDU/CSU: Das zum 1. August 2013 eingeführte Betreuungsgeld wird als "wichtiger Beitrag zur Wahlfreiheit" der Eltern bezeichnet, ihre Kleinkinder so betreuen zu lassen, wie sie es richtig finden.

- FDP: Die Liberalen sprechen sich für eine Evaluation des umstrittenen, aber von ihnen mitbeschlossenen Gesetzes nach der Wahl aus.

- SPD: Die Partei will das Betreuungsgeld wieder abschaffen und die Ausgaben von zwei Milliarden Euro direkt in die Kita-Qualität investieren.

- Grüne: Sie wollen das Betreuungsgeld ebenfalls abschaffen und den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ausbauen.

- Linke: Auch die Linke plädiert für eine sofortige Abschaffung.

Elterngeld

- CDU/CSU: Die Union will ein "Teilelterngeld" einführen, das bis zu 28 Monate bezogen werden kann. Bisher sind insgesamt 14 Monate möglich.

- FDP: Auch die Liberalen wollen eine Teilzeitkomponente einführen und die Vätermonate ausbauen.

- Linke: Die Bezugsdauer soll auf zwölf Monate pro Elternteil ausgeweitet werden – mit flexibler zeitlicher Inanspruchnahme. Für Alleinerziehende sollen es 24 Monate sein. Es darf keine Nachteile bei Teilzeitarbeit geben, fordert die Linke.

Kitas

- CDU/CSU: Angebote sollen weiter ausgebaut und flexiblere Öffnungszeiten eingeführt werden – bis hin zur 24-Stunden-Kita. Vorgesehen ist eine Großelternzeit für die Betreuung von Enkeln.

- FDP: Sie will mehr Qualität in der Kinderbetreuung, einen Hochschulabschluss für Kita-Leiter und besseren Personalschlüssel in den Einrichtungen.

- SPD: Die Betreuungsangebote sollen ausgebaut und die Bildungsqualität in der Kita erhöht werden – einschließlich einer Sprachförderung.

- Grüne: Sie machen sich für einen erweiterten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, frühzeitige Sprachkurse und weitere finanzielle Hilfen des Bundes bei Qualitätsverbesserungen stark. Es soll mehr Fachkräfte mit Hochschulabschluss geben.

- Linke: Sie will den Ausbau vorantreiben, hochwertige Ganztagsbetreuung in Kita und Schulen schaffen – mit einem Mittagessen-Angebot für alle.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

- CDU/CSU: Die Rückkehr aus einer Familienphase oder von der Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung soll erleichtert werden.

- FDP: Auch sie tritt für einen leichteren Wechsel von Teilzeit in Vollzeit ein.

- SPD: Eine Familienarbeitszeit soll es Eltern erlauben, ihre Arbeitszeit zeitlich befristet partnerschaftlich zu reduzieren, etwa über eine 30-Stunden-Woche; Rückkehrrecht in Vollzeit.

- Linke: Auch die Linke fordert ein Rückkehrrecht in Vollzeitarbeit und mehr Zeitautonomie für Eltern. − dpa/pnp

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